„Die Geschichte der Philosophie für Dummies“ – Rezension

Die Erkenntnisse der Philosophie haben die Weltgeschichte ebenso geprägt, wie es wissenschaftliche Errungenschaften, die Weltreligionen und politische Entscheidungen taten. In „Die Geschichte der Philosophie für Dummies“ erzählt Godin, Professor der Philosophie, von den bedeutendsten Philosophen, Strömungen und Epochen.

Von der Antike bis zur Renaissance

Im ersten Teil widmet sich Godin der Epoche, die die wohl bekanntesten Philosophen hervorbrachte: die griechische Antike. Keine Philosophen dürften so geläufig sein wie Sokrates, Platon und Aristoteles. Aber neben den Schulen der großen Drei hat die Antike eine Vielzahl weiterer Strömungen hervorgebracht, die noch heute nachwirken: Die Kyniker (nah verwandt mit den Zynikern) und die Skeptiker haben hier ihren Ursprung. Auch den Satz des Thales und den des Pythagoras verdanken wir griechischen Philosophen gleichen Namens. Die Antike ist eine Blütezeit verschiedener philosophischer Strömungen – die christliche Revolution leitet schließlich ihr Ende ein.

Auf die Antike folgt das Mittelalter – dem sich der zweite Teil widmet. Im Mittelalter rücken die großen Weltreligionen in den Vordergrund. Die Philosophie in Europa ist stark von der Vereinbarung des christlichen Glaubens mit dem philosophischen Denken vereinnahmt; Thomas von Aquin ist hier einer der Berühmtesten. Doch auch die beiden anderen beiden monotheistischen Religionen bringen große Denker hervor: auf der islamischen Seite die Universalgenies Avicenna und Averroes – auf jüdischer Seite Moses Maimonides; auch die Kabbala nimmt in dieser Zeit an Bedeutung zu. Das Mittelalter mündet nach 1000 Jahren in die Renaissance: die Wiederentdeckung der griechischen Philosophie und der Beginn des Humanismus läuten die Neuzeit ein.

Klassische, moderne und zeitgenössische Philosophie

Der dritte Teil widmet sich der Klassik der Philosophie: dem 17. bis 18. Jahrhundert, in dem große Männer wie Descartes, Spinoza und Kant von sich reden machen. In diesen zwei Jahrhunderten entstehen eine Vielzahl neuer Schulen, die nicht mehr Gott, sondern andere Dinge in den Vordergrund stellen: das Individuum, die Wissenschaft und die Natur. Die Strömungen des Rationalismus und Empirismus bestimmen diese Zeit. Nach der Klassik kommt die Moderne – der vierte Teil widmet sich den großen Köpfen des 19. Jahrhunderts:

  • Hegel, der die Ganzheit als einzige Wirklichkeit sieht,
  • Auguste Comte, der den Positivismus begründete,
  • Kierkegaard, der pathetische Begründer des modernen Existenzialismus,
  • Marx, der Begründer des Kommunismus,
  • Schopenhauer, der größte Pessimist aller Zeiten, und
  • Nietzsche, der Gott für tot erklärte.

Der fünfte Teil widmet sich der zeitgenössischen Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts und zeigt, dass die Geschichte der Philosophie mit jedem Tag weiter geschrieben wird. Wir lernen kluge Köpfe wie Foucault und Derrida kennen, lesen über Freuds Psychoanalyse, beschäftigen uns mit Fragen des Bewusstseins, des Seins und der Existenz. Wir erfahren, was der linguistic turn war und wie er die Philosophie beeinflusst hat, spüren der Gerechtigkeit nach und finden sich schließlich in der Philosophie des 21. Jahrhunderts wieder. Der abschließende sechste Teil, der altbewährte Top-Ten-Teil der „Für Dummies“-Reihe widmet sich diesmal kniffligen philosophischen Fragestellungen, die unsere Köpfe zum Rauchen bringen.

Fazit: Eine amüsante Reise durch die Philosophie

Christian Godin beweist in „Die Geschichte der Philosophie für Dummies“ wie spannend Philosophie sein kann. Angefüllt mit lustigen Anekdoten und verständlichen Erklärungen führt er den Leser in faszinierende Gedankenwelten. Einziges Manko des Buches ist, dass es sich auf die abendländische Philosophie beschränkt und fernöstliche Strömungen ausklammert. Dennoch ist es empfehlenswert für jeden, der einen Überblick über die Geschichte der Philosophie erlangen will, die das europäische Denken geprägt hat.

Christian Godin: Die Geschichte der Philosophie für Dummies. Wiley-VCH Verlag, 2008. 544 Seiten.

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