„Das Graveyard Buch“ von Neil Gaiman

978-3-401-50273-1

Das Graveyard Buch (OT: The Graveyard Book) | Neil Gaiman | 312 S. | Fantasy | Arena Verlag | ISBN 978-3-401-50273-1

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Klappentext

Nobody Owens ist ein eher unauffälliger Junge. Nobody lebt auf dem Friedhof, liebevoll erzogen und behütet von den Geistern und Untoten, die dort zu Hause sind. Doch der tödliche Feind, vor dem der kleine Bod einst auf den Friedhof floh, ruht nicht. Er wartet auf den Tag, an dem Bod sein Zuhause verlassen wird, um zurückzukehren in die Welt der Lebenden. Wer wird Nobody dann noch beschützen?

Wie es mir gefallen hat

„Das Graveyard Buch“ ist ein typischer Neil Gaiman Roman – etwas märchenhaft, etwas gruselig und nicht wirklich mit anderen Kinderbüchern zu vergleichen. Der Leser begleitet Bod durch mehrere Episoden seiner Kindheit und Jugend auf dem Friedhof, die mal lustig, mal schauderhaft und immer fantastisch sind. Als Ehrenbürger des Friedhofs lernt Bod sich in vielen Dingen wie ein Geist zu verhalten. Doch er ist immer noch ein Mensch und steht so zwischen den Welten. Das ergibt ein sehr interessantes Spannungsfeld. So wird er zum „imaginären“ Freund eines Mädchens, dessen Eltern natürlich nicht die Geschichte glauben können, ihr bester Freund lebe auf dem Friedhof. Und als er den Friedhof eigenmächtig verlässt um einer Geister-Freundin eine Freude zu bereiten, wird deutlich, wie wenig er sich in der Welt der Menschen auskennt.

Bod war mir als Protagonist von Anfang an sehr sympathisch, da er ein sehr wissbegieriger Junge ist, der sehr zielstrebig ist und einen festen moralischen Kompass hat. Wobei es ihm aber ein bisschen an der Fähigkeit mangelt, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, wodurch er hin und wieder in Fettnäpfchen tritt.
Der Roman ist auktorial erzählt, sodass man hin und wieder auch die Sichtweise anderer Figuren kennenlernt. Besonders Bods Vormund und Mentor Silas fand ich sehr spannend – er lebt ebenfalls auf dem Friedhof, ist jedoch kein Geist und kann ihn daher nachts für Streifzüge verlassen. Es wird zwar nie explizit gesagt, aber von seiner Art erinnert er doch sehr an einen klassischen Vampir (Das Bild auf dem Cover stellt ihn da sehr treffend dar!). Die anderen Nebenfiguren blieben im Vergleich leider ein bisschen flach, da sie durch den episodischen Aufbau oft keinen ausreichenden Raum hatten, sich zu entwickeln.

Was mich ein bisschen irritiert hat, war der Titel: Warum „Das Graveyard Buch“? Gut, „Das Friedhofsbuch“ klingt irgendwie doof, aber ein englisches Wort im ansonsten übersetzten Titel sieht doch seltsam aus – da hätte man vielleicht einen treffenderen deutschen Titel finden können. Dass man den Namen Nobody nicht übersetzt hat, kann ich da ja noch eher verstehen, weil es mit Namen ja doch etwas komplizierter ist – und Nobody ist ja auch noch ein sehr geläufiges Wort.

Fazit

Neil Gaiman hat hier wieder ein sehr ungewöhnliches Buch abgeliefert – bei der Geschichte eines Jungen, der auf dem Friedhof unter Geistern und anderen Gestalten der Nacht aufwächst, wusste ich nicht genau, auf was ich mich einlassen würde. Aber typisch für Neil Gaiman ist eine wunderschöne Mischung von Märchen und Grusel, die in etlichen hinreißenden Episoden erzählt wird. Auch wenn mich gerade das episodenhafte manchmal gestört hat, da ich lange den roten Faden vermisst habe – obwohl sich am Ende dann fast alles perfekt zusammenfügte.

bewertung-4

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