„Mythologie für Dummies“ – Götter, Helden und Weltuntergänge

In jeder Kultur finden sich Geschichten über die Entstehung der Welt, über Götter oder gottähnliche Wesen und über ihr Verhältnis zu den Menschen. Auch in der heutigen Zeit ist die Faszination ungebrochen – Mythen sind allgegenwärtig: zum Beispiel im Sprachgebrauch, wenn ihr eine umständliche Reise als Odyssee bezeichnet oder bei einer Schwachstelle von eurer Achillesferse sprecht. Auch aus Literatur und Film sind Mythen nicht wegzudenken. Aber nicht nur Bücher und Filme mit offensichtlich mythischen Inhalten, wie „Percy Jackson“, schöpfen aus dem umfangreichen Mythen-Fundus – auch andere Fantasy und Science-Fiction Werke, wie „Der Herr der Ringe“, „Harry Potter“ und „Star Wars“ entlehnen Motive aus verschiedenen Mythen. Doch auch jenseits von Fantasy und Science-Fiction wurde sich fleißig bei der Mythologie bedient; Shakespeares „Romeo & Julia“ sei hier nur als ein Beispiel genannt.

Die Wiegen der europäischen Mythologie: Griechenland und Rom

„Mythologie für Dummies“ führt euch in sechs Teilen durch die mythologischen Welten verschiedener Kulturen und Zeiten. Der erste Teil führt euch zunächt an das Thema heran: was sind Mythen und wo findet man sie heute noch? Im zweiten Teil folgt eine Übersicht über den mythologischen Raum, der dem westlichen Leser wohl am Vertrautesten ist: die griechische Mythologie, mit ihrer Vielzahl an Göttern und Helden, Abenteuern und Intrigen. Jedes Kind kennt heute noch Herkules; der Trojanische Krieg, Odysseus Heimreise mit Umwegen und Ödipus‘ tragisches Schicksal sind allgemein bekannte Motive. Es verwundert also nicht, dass Griechenland der größte Teil des Buches gewidmet ist. Der dritte Teil lässt nun die Götter vom Olymp nach Rom umziehen: Die römische Mythologie entlehnte vieles aus Griechenland, dichtete jedoch auch einiges um und fügte zahlreiche spannende Geschichten dem mitteleuropäischen Mythenschatz hinzu.

Aus kalten Gefilden an exotische Orte

Der vierte Teil führt euch dann nach Nordeuropa – ein raueres Klima und rauere Helden. Ihr trefft auf die altnordischen Götter, allen voran der weise Odin und der verschlagene Loki, und erfahrt, wie die Götterdämmerung ablaufen wird. Ihr begleitet einige Drachentöter, inklusive Siegfried aus dem Nibelungenlied, und kehrt schließlich am Hof von König Artus ein. Danach verlasst ihr im fünften Teil Europa. Die Mythen aus Mesopotamien und Ägypten mögen noch vertraut erscheinen – Indien, China, Japan und schließlich Lateinamerika eröffnen euch exotische Orte. Aber bei allem Fremden werdet ihr auch erstaunliche Gemeinsamkeiten entdecken. Der fünfte Teil stellt abschließend die Top-Ten der wichtigsten Ungeheuer und mythologischer Orte vor, die ihr kennen solltet.

Fazit

Auf knapp 400 Seiten tragen die Autoren die bekanntesten Mythen zusammen. Das kompakte Nachschlagewerk kann dabei natürlich nicht auf jedes Detail eingehen – dafür ist das überlieferte Material zu umfangreich. Die eine oder andere Geschichte vermisst man daher; über manchen Gott würde man gerne mehr erfahren. Ihr erhaltet jedoch einen hervorragenden Überblick über die wichtigsten und bekanntesten Mythen. Informativ geschrieben und mit einer Prise Humor gewürzt – „Mythologie für Dummies“ ist eine amüsante und gleichzeitig lehrreiche Lektüre.

Christopher W. Blackwell, Amy Hackney Blackwell: Mythologie für Dummies. Wiley-VCH Verlag, 2010. 431 Seiten.

bewertung-5

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