„Der Wille des Drachen“ von Cinda Williams Chima

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Der Wille des Drachen (OT: The Dragon Heir) | Cinda Williams Chima | 576 S. | heroische Fantasy | Blanvalet | ISBN 978-3-7341-6030-1

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— „Der Wille des Drache“ ist die Fortsetzung von „Das Vermächtnis der Zauberer“ – wer den zweiten Band der Reihe noch nicht gelesen hat, sollte jetzt nicht weiterlesen 😉 —

Klappentext

Jahrzehntelang haben die Zauberer keine Kriege mehr gegeneinander geführt, aus Angst, einen mächtigen schlafenden Drachen zu wecken. Doch ein neues Zeitalter ist angebrochen, und das Städtchen Trinity muss sich auf einen Angriff gefasst machen. Noch dazu wird das »Herz des Drachen« gestohlen – ein magischer Stein, über den es heißt, dass er tödliche Waffe und zugleich Quelle aller Magie ist. Seph McCauley, Jack Swift und ihre Mitschüler rasen auf einen unausweichlichen Kampf zu. Sind sie bereit? Und was müssen sie für den Sieg opfern?

Wie es mir gefallen hat

Der dritte Band der Reihe knüpft an die Ereignisse in „Das Vermächtnis der Zauberer“ an. Nach Leicesters Tod ist der Spielemeister D’Orsay nach Raven’s Ghyll geflohen und hat sich dort verbarrikadiert. Doch ohne die Vereinbarung ist er machtlos gegen die Rosen, die ihn belagern. Die Vereinbarung selbst ist in Warren Barbers Händen, der sie zu seinem eigenen Nutzen einsetzen will.

Doch das wissen die Rebellen um Jack Swift und Seph McCauley nicht, die ebenso wie die Rosen sich nicht erklären können, warum D’Orsay bisher die Vereinbarung nicht geweiht und sie alle unterworfen hat. Die Stimmung ist angespannt und Krieg liegt in der Luft.

Diesmal wird die Geschichte zu einem Großteil aus der Sicht von Maddie und Jason erzählt, die als Nebenfiguren in „Das Vermächtnis der Zauberer“ auftraten und mir da schon sehr gefallen haben.

Maddie ist Sephs Freundin. Oder möchte das gerne sein. Doch durch ihre Fähigkeiten als Induktorin hat sie während des Kampfes auf Second Sisters Leicesters Magie absorbiert, die sich jetzt gegen Seph wendet und ihn krank macht, wann immer sie in seiner Nähe ist. Ohne ihm den wahren Grund zu verraten hält sie sich von ihm fern.
Aber sie hat ohnehin weitaus mehr um die Ohren als nur ihren Liebeskummer – sie träumt davon, auf die Kunstschule nach Chicago zu gehen, aber die Armut ihrer Familie macht es ihr nicht einfach. Als es dann noch zu familiären Problemen kommt, kehrt sie Trinity den Rücken zu und kehrt in ihre Heimat zurück, wo sie aber vor Problemen mit Zauberern noch immer nicht sicher ist.
Hier fand ich es sehr gut, dass zwar deutlich war, wie viel Seph ihr bedeutet, dass sie aber dennoch andere Ziele und Prioritäten als nur ihn in ihrem Leben hatte.

Der junge Zauberer Jason, der Seph damals in The Haven zur Seite stand, ist ein heißblütiger Jungspund, der sich beweisen will. Er ist weitaus weniger mächtig als Seph oder Hastings, was sehr an ihm nagt und ihn schnell leichtsinnig und übermütig werden lässt, wenn er eine Chance wittert. So beginnt auch alles damit, dass er sich heimlich in Raven’s Ghyll einschleicht, fast erwischt wird und auf einer Flucht eine Höhle findet, die voller magischer Artefakte ist. Eines davon ist ein Opal, das Drachenherz, das dem Besitzer Macht über alle Gilden verleihen soll. Jason stiehlt es zusammen mit einigen anderen Artefakten und bringt es zurück nach Trinity. Am liebsten würde er es für sich behalten, denn vom ersten Moment an übt es eine unheimliche Anziehungskraft auf ihn aus – aber auch Maddie ist von dem Stein fasziniert, der sie zu rufen scheint.

Leesha, die als kleinere Gegenspielerin in den ersten beiden Teilen auftrat, erhält hier ebenfalls eine größere Rolle. Sie ist es, die für Warren mit D’Orsay verhandeln soll und von ihm schließlich nach Trinity geschickt wird, um das Drachenherz zurückzuholen. Doch während sie Jason umgarnt, in der Hoffnung von ihm das Versteck des Drachenherzens zu erfahren, erkennt sie, wie wohl sie sich in seiner Nähe fühlt und dass sie sich bei ihm nicht verstellen muss. Ihre Entwicklung hat mir besonders gefallen.

Aber natürlich treffen wir auch die alten Hauptfiguren, Jack, Ellen und Seph wieder und erfahren, wie sie sich weiterentwickelt haben. Der Roman ist insgesamt noch spannender und actiongeladener als die Vorgänger und bringt mit dem Drachenherz und seiner Geschichte ein paar neue interessante Aspekte in die Mythologie ein.

Leider hat er jedoch auch ein paar Schwächen, die ich hier nicht unerwähnt lassen will.

Zum einen war ich das erste Viertel des Buches recht unsicher, wann genau der Roman spielte, da es einige Ungereimtheiten gab, was den zeitlichen Ablauf betrifft und erst recht spät deutlich gesagt wird, dass die Ereignisse von Second Sisters sechs Monate zurückliegen. „Das Vermächtnis der Zauberer“ endet damit, dass Seph zusammen mit seinen Eltern an Heiligabend in England ist. „Der Wille des Drachen“ beginnt im Winter und vieles deutet darauf hin, dass wir uns in der Vorweihnachtszeit befinden (Maddie sucht nach Weihnachtsgeschenken, die Wintersonnenwende wird gefeiert), aber gleichzeitig wird auch darauf Bezug genommen, das Seph über Weihnachten in England gewesen ist, sodass es auch keine parallele Handlung sein konnte. Vor allem, da er ja auch die ganze Zeit über in Trinity ist. Es wird sogar der Eindruck erweckt, das bereits einige Zeit seit seiner Rückkehr verstrichen ist, andererseits könnten kaum schon anderthalb Jahre vergangen sein. Auch, weil D’Orsay sich an einer Stelle auf den Kampf zwischen Jack und Ellen bezog, der im letzten Jahr stattfand. Was genau da schief gelaufen ist, kann ich mir nicht recht erklären, aber irgendwann war die Verwirrung bei mir perfekt,

Auch der Verlauf hat mir zum Ende hin teilweise nicht gefallen und einige Sachen würde ich da doch gerne ansprechen. Vielleicht hat ja schon jemand das Buch gelesen und sieht es ähnlich oder anders:

Spoiler

Das Ende stellt dagegen einen sehr zufriedenstellenden Abschluss dar. So zufriedenstellend, dass ich mich frage, womit es in den folgenden beiden Bänden noch weitergehen soll. Da bin ich sehr gespannt, was sich die Autorin hat einfallen lassen.

Fazit

Mit der Bewertung tue ich mich diesmal sehr schwer – an sich hat der Band mir bisher am besten gefallen und hätte von seiner Spannung her durchaus 5 Herzen verdient. Andererseits gab es diesmal im späteren Verlauf einige Dinge, die mich gestört haben und ein paar Dinge, die einfach nur schlecht durchdacht erschienen, sodass es diesmal doch nur wieder 4 Herzen werden.

bewertung-4

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