„Während ich schlief“ von Anna Sheehan

Waehrend ich schlief von Anna Sheehan

Während ich schlief (OT: A Long, Long Sleep) | Anna Sheehan | 352 S. | Romantasy | Goldmann | ISBN 978-3-442-47565-0

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Klappentext

Rose Fitzroys Welt scheint perfekt: Als einzige Tochter steinreicher Eltern genießt sie alle Privilegien und ist zudem noch frisch verliebt. Doch dann versetzen ihre Eltern sie in einen künstlichen Schlaf – und niemand weckt sie auf. Bis ein fremder Junge sie 62 Jahre später zurück ins Leben holt. Rose muss feststellen, dass nichts in ihrer Welt mehr so ist, wie es war: Ihre Eltern sind verschwunden, ihr Liebster unauffindbar, und an ihre Fersen heftet sich ein seltsames Wesen, das ihr offensichtlich Böses will …

Wie es mir gefallen hat

Die Welt in nicht allzu ferner Zukunft: Die sechzehnjährige Rose wird durch einen Kuss aus ihrer Stasis, einem künstlichen Dornröschenschlaf, erweckt. Es war nicht das erste Mal, dass ihre Eltern sie in Schlaf versetzt hatten – immer, wenn die Eltern für längere Zeit weg mussten, versetzten sie ihre Tochter in Stasis. So oft, dass es zu einem normalen Teil ihres Lebens wurde. Aber diesmal ist beim Aufwachen alles anders: Es sind nicht ihre Eltern, die sie wecken, sondern ein fremder Junge. Sie ist nicht in ihrem Zimmer, sondern in einem dunklen Keller. Und anstatt weniger Wochen oder Monate sind 62 Jahre vergangen.

Erwachen in einer fremden Welt

Die Welt, wie Rose sie kannte, existiert nicht mehr. Eine Dunkle Epoche mit Hungersnöten, Seuchen und Tod brach über die Welt herein; ein Wiederaufbau aus den Trümmern folgte und es entstand eine neue Welt, bestimmt vom technischen Fortschritt. Und Rose ist die Alleinerbin von UniCorp, dem mächtigsten Unternehmen der Welt. Sie kehrt in ihre alte Wohnung zurück, bekommt Pflegeeltern zur Seite gestellt und besucht mit ihrem Retter Bren eine Eliteschule. Ihr fehlt es an nichts – und doch an allem. Die Sehnsucht nach ihrem alten Leben, nach ihrer großen Liebe Xavier zehrt sie auf. Und dann taucht ein seltsames Wesen auf, das nur ein Ziel kennt: Sie einzufangen und seinem Auftraggeber zu überstellen – oder sie zu töten.

Auf den Spuren von Dornröschen

„Während ich schlief“ folgt den Spuren eines modernen Dornröschen und setzt an der Stelle an, an der das Märchen meistens endet: nach dem Kuss des Prinzen. Einfühlsam widmet der Roman sich den Fragen, die im klassischen Märchen ausgespart werden: Wie fühlt Rose sich, in einer Welt aufzuwachen, die sie nicht mehr kennt? Wie wird sie damit fertig, dass ihre Eltern und alle, die sie liebte, tot sind? Und zwischen diesen existenziellen Ängsten quält sie sich mit den Problemen, die alle Jugendlichen belasten: Sie muss in einer neuen Schule mit ihren Mitschülern zurechtkommen – und mit ihren aufkeimenden Gefühlen für Bren.

Dornröschens Selbstfindung

Die Geschichte entwickelt sich langsam, plätschernd, wird im Crescendo immer lauter, bis hin zu einem inneren Dröhnen, das einen beim Lesen erzittern lässt. Schritt für Schritt folgt der Leser Rose auf ihrem Weg, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, mit ihr abzuschließen und ein neuer Mensch zu werden. Geschickt verwebt Anna Sheehan die fortlaufende Geschichte mit den sich langsam entfaltenden Erinnerungen – bis sich das Puzzle mit dem letzten Stück zu einem klaren Bild fügt. Ein ergreifender Roman – mit einem Ende, das zu Tränen rührt.

bewertung-4

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