„Sei mein Tod“ von Arwyn Yale

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Sei mein Tod (Ein Fall für Nathan O’Brian 2) | 226 S. | Thriller | Amazon Publishing | ISBN 978-1477830703

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Klappentext

Kayley Dugall ist eine polizeibekannte Ausreißerin. Als sie erneut verschwindet, nimmt die Polizei die Sache nicht sonderlich ernst, hatte sie doch erst kurz zuvor im Beisein mehrerer Polizisten ihr erneutes Weglaufen angekündigt. Privatdetektiv Nathan O’Brian wird schnell klar, dass Kayley in großer Gefahr schwebt, als er auf ihrem Laptop einen Songtext findet, der zu einem Entführungsfall im Jahr 1991 führt. Damals war die zwölfjährige Samantha Slater über ein Jahr lang in der Gewalt eines Entführers gewesen, dessen Identität sie aus Angst nie preisgab. Bei seinen Nachforschungen gerät Nathan an die Grenze seiner Belastbarkeit, denn die Ermittlungen bringen seine eigene Familie in Gefahr …

Wie es mir gefallen hat

In seinem zweiten Fall wird der Privatdetektiv Nathan O’Brian wieder von seiner Vergangenheit eingeholt. Als die kleine Schwester seiner Assistentin Noreen plötzlich verschwindet und er sich ihr zuliebe und trotz des überheblichen Gehabes ihres Vaters in die Ermittlungen stürzt, findet er schnell Verbindungen zum Verschwinden von Samantha Slater, seiner besten Freundin aus Kindertagen, die nach ihrer Rückkehr nie wieder die gleiche war. Nach und nach entwirrt er das Rätsel von Samanthas Entführung, die nie aufgeklärt wurde, und sucht nach dem Verbindungsglied zu Kayley, um sie rechtzeitig aus den Klauen des Entführers zu befreien.

Die Geschichte liest sich so intensiv und fesselnd, dass ich meinen Kindle erst aus der Hand legen konnte, nachdem ich das Ende erreicht hatte. Arwyn Yale gelang es wie auch im ersten Fall (Todesschwestern) wieder meisterhaft, die Spannung hochzuhalten, verschiedene Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen und mich nach Kapitel atemlos zurückzulassen. Ich habe mich beim Lesen keinen Moment gelangweilt. Nicht nur ist die Handlung sehr gut durchdacht und der Still angenehm, auch die Charaktere konnten wieder trumpfen.

Wie im ersten Teil wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wobei der Fokus diesmal mehr auf Nathan lag. Er war mir auch diesmal wieder sympathisch und ich konnte sein Handeln immer sehr gut nachvollziehen. Besonders seine Wut gegenüber Mr Duggal, dem sein Ruf wichtiger ist, als seine verschwundene Tochter möglichst schnell wiederzufinden.

Da es diesmal um Noreens kleine Schwester ging, wurde mein Wunsch erfüllt, mehr von ihr zu lesen, und ich fand sie auch diesmal sehr sympathisch. Sie ist eine sehr warmherzige und engagierte Frau, auch wenn sie aus einem Elternhaus stammt, das alles andere als liebevoll ist. Weitere Nebenfiguren aus dem ersten Fall kehren ebenfalls zurück und bringen ihre eigenen Nebenhandlungen mit sich, die teils auf den aktuellen Fall einwirken und teils ihre Schatten für die kommenden Fälle vorauswerfen. So wie Nathans dann und wann Freundin Alessia, die noch bei der Polizei arbeitet, und sich mit einem geheimnisvollen Verehrer herumschlagen muss. Ebenso kehrt Nathans Schwester Audrey zurück und ihr Handlungsstrang aus dem ersten Fall wird wieder aufgegriffen und weitergeführt.

Insgesamt für Thrillerfans ein wahres Lesevergnügen, eine kleine Warnung möchte ich hier jedoch aussprechen: In „Sei mein Tod“ wird sexuelle Gewalt an Minderjährigen thematisiert – wer nichts darüber lesen mag, sollte daher nicht zu dem Buch greifen. Gleichzeitig möchte ich hier aber auch betonen, dass ich den Umgang mit dem Thema und besonders Nathans Haltung sehr gelungen fand.

Fazit

„Sei mein Tod“ ist ein fesselndes Wiedersehen mit Privatdetektiv Nathan O’Brian und hat mir noch besser gefallen, als der erste Fall. Schade nur, dass ich nicht mehr als 5 Herzen vergeben kann ;-). Bis zum Ende wartet der Fall mit überraschenden Wendungen auf, die sich jedoch perfekt in das Gesamtbild einfügen. Auch die verschiedenen Handlungsstränge fließen harmonisch zusammen, ohne dabei vorhersehbar zu sein. Die Figuren, die ich im ersten Band bereits kennengelernt habe, werden weiter mit Leben gefüllt und auch die neuen Figuren sind liebevoll gezeichnet. Wie es mit ihnen weiter geht, kann ich kaum erwarten, und freue mich schon sehr auf einen dritten Fall.

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