„Schlaglicht“ von Axel Hollmann

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Schlaglicht. Der zweite Fall für Julia Wagner | 448 S. | Thriller | Midnight by Ullstein | ISBN 978-3-95819-013-9

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Klappentext

 Tough, smart und cool: an Julia Wagner kommt keiner vorbei

Der zweite Fall für Julia Wagner, der toughen Reporterin aus Berlin, die sich immer wieder die Finger an Männern verbrennt. Nach einer rauschenden Premierenparty wird die Diva des deutschen Films, Katharina Hanusch, grausam ermordet aufgefunden. Ausgerechnet Kommissar Neuville, Julias Freund, ermittelt in dem Fall, so dass sie auf Infos aus erster Hand hofft. Dummerweise fühlt sich der junge Kommissar schnell ausgenutzt, und Julia muss der Fährte des Killers allein folgen. Wieder und wieder schlägt der Mörder zu, und dann wendet er sich direkt an sie. Die Reporterin soll ihn berühmt machen, sonst wird er ihre beste Freundin töten, und auch Julias Leben ist bald in Gefahr.

Wie es mir gefallen hat

„Schlaglicht“ wird ebenfalls wie sein Vorgänger „Asphalt“ von der Reporterin Julia Wagner in der Ich-Perspektive erzählt. Diesmal jedoch nur zum Großteil, denn vereinzelte Kapitel werden auch aus der Sicht des Täters geschildert und geben einen Einblick in seine Gedankenwelt, wie es für einen Thriller auch nicht ungewöhnlich ist.

Im ersten Band hatte ich noch meine Probleme mit Julia als Hauptfigur, besonders ihr impulsives und unüberlegtes Verhalten ließ mich manchmal über sie die Augen rollen. Das hat sich nicht wirklich geändert, aber in diesem Band konnte ich mich doch schon besser mit ihr anfreunden. Vielleicht, weil ich diesmal schon vorher wusste, auf wen ich mich einlasse. Sie ist einfach ein Charakter mit vielen Ecken und Kanten und auch wenn ich mich nicht mit allen davon anfreunden kann, macht sie das doch zu einer sehr interessanten Figur. Der Wandel, den sie diesmal durchmacht, hat mir auch besonders gefallen – aber natürlich werde ich den jetzt nicht vorweg nehmen. 😉

Die Nebenfiguren, die man zum Großteil aus dem ersten Band kennt, wurden wieder liebevoll ausgearbeitet. Besonders Julias Freundinnen Seyran und Andrea haben mir wieder sehr gut gefallen. Zeitweise kamen sie mir wie Engelchen und Teufelchen vor, die auf Julias Schultern saßen. Gerade, was ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Arbeitsmoral betraf.
Von den neuen Figuren gefiel mir besonders die resolute und pflichtbewusste Kriminaloberkommissarin Sandra Ahrens – auch wenn Julia da die meiste Zeit anders empfand 😉

Der Fall mit dem sie sich herumschlägt und in den sie immer wieder verwickelt wird, ist vom Prinzip nicht neu: ein psychopathischer Serienkiller, der aus verletztem Stolz und Geltungssucht Frauen brutal ermordet. Da hätte ich auf etwas originelleres gehofft, aber auch so hat die Geschichte für mich funktioniert und war spannend zu lesen.
Julia recherchiert nebenbei noch für eine weitere Story und muss sich mit der Steuerfahndung auseinander setzen. Auch wenn ganz am Ende doch alles zusammenlief und ein rundes Ende ergab, erschienen mir die beiden Nebenplots die meiste Zeit zu losgelöst von der Haupthandlung. Ein bisschen Konfliktpotential wurde hier verschenkt – aber das grenzt auch schon an Korinthenkackerei. „Schlaglicht“ macht es einem nicht einfach etwas zu finden, was man wirklich kritisieren kann.

So ist auch das einzige, was mich wirklich gestört hat, dass es mir zum Ende hin doch eher unrealistisch erschien, wie gut Julia die Verletzungen wegsteckte, die sie sich im Laufe der Handlung zuzog und immer noch in der Lage war zu kämpfen oder zu rennen. Besonders, da sie im gesunden Zustand schon klagt, nur die Kondition eines Walrosses zu haben. Andererseits kann man die Rolle, die Adrenalin in einer solchen Situation spielt, vielleicht auch nicht unterschätzen.

Fazit

Auch Axel Hollmanns zweiter Julia Wagner Roman überzeugt wie sein Vorgänger durch rasante Action und ist ein wahrer Pageturner, den ich in einem Rutsch ausgelesen habe. Die toughe Reporterin ist eine ungewöhnliche und interessante Hauptfigur. Leider im Kampf gegen einen eher gewöhnlichen Serienkiller. Aber das hat dem Lesevergnügen insgesamt nur ein bisschen Abbruch gegeben, daher

bewertung-4

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