„Todesschwestern“ von Arwyn Yale

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Todesschwestern | 177 S. | Thriller | Amazon Publishing | ISBN 978-1477829134

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Klappentext

Die Presse nannte sie »Die Todesschwestern«. Noelle und Joss waren sechzehn und siebzehn, als sie beschlossen, sich gemeinsam das Leben zu nehmen. Nur Joss überlebte. Ein Jahr später ist sie spurlos verschwunden. Privatdetektiv Nathan O’Brian soll das labile Mädchen finden. Zunächst scheint es sich um die gewöhnliche Suche nach einem fortgelaufenen Teenager zu handeln. Doch schon bald wird klar, dass nichts an dem Auftrag gewöhnlich ist, denn Joss verfolgt ein mörderisches Ziel.

Wie es mir gefallen hat

In „Todesschwestern“ geht es um finstere Familiengeheimnisse und ein düsterer Schatten aus der Vergangenheit, wobei die Bande zwischen Geschwistern eine besondere Rolle spielen. Die junge Joss leidet darunter, den gemeinsamen Selbstmordversuch mit ihrer Schwester überlebt zu haben und hadert mit dem letzten Versprechen, dass sie ihr gegeben hat. Nathan muss sich ebenfalls Sorgen um seine jüngere Schwester Audrey machen, die nach der Trennung von ihrem Mann an Alkoholproblemen leidet. Das Leben der Familie McAllister wird immer noch vom Tod der kleinen Amanda überschattet, die vor etwas über einem Jahr ermordet wurde und deren Mörder noch immer nicht gefasst wurde. Und all diese Schicksale sind auf erstaunliche Weise miteinander verwoben.

„Todesschwestern“ ist ein richtiger Pageturner, der aus wechselnden Perspektiven erzählt wird. Meistens aus der Sicht von Joss oder Nathan.
Nathan war mir von Beginn an sehr sympathisch. Ein ehemaliger Polizist, der noch an seinem letzten ungelösten Fall nagt und leicht Beziehungsgeschädigt ist, ist zwar nichts unbedingt neues, hat für mich jedoch gut funktioniert.
Der Zugang zu Joss fiel mir zu Anfang schwerer. Sie war zerfressen von ihren Schuldgefühlen, kam manchmal etwas zickig rüber und ihre wahre Motivation war mir lange Zeit unklar (was ja auch beabsichtigt war). Ich war mir unsicher, in wie weit ich mich auf sie als Charakter einlassen konnte, ohne mich dabei auf zu dünnes Eis zu begeben.

Die Nebencharaktere waren auch gut gezeichnet, wobei mir besonders Nathans Assistentin Noreen gefallen hat. Über sie hätte ich gerne noch ein bisschen mehr gelesen, aber da es doch „nur“ ein Kurzthriller war, wäre das auf dem wenigen Raum kaum möglich gewesen. Also noch ein Pluspunkt, dass es trotz der Kürze gelang, dass eigentlich alle auftretenden Nebencharaktere durch unverwechselbare Eigenschaften ausreichend hervorstachen, dass sie mir im Gedächtnis verhaftet blieben.

Die Geschichte wird rasant vorangetrieben und lebt von einer Vielzahl überraschender Wendungen, verpasster Momente und Verwicklungen, die sich am Ende zu einem Bild fügen, das ich so nicht erwartet hatte, aber die Geschichte sehr rund abschließt und in das generelle Familienmotiv passt. Einige Wendungen konnte ich erahnen, aber ich war Nathan nie mehr als ein paar Seiten voraus, was mir sehr gut gefallen hat. Zum einen gab es genug Brotkrumen für mich, dass ich den Fall selbst hätte lösen können – ich mag es, wenn ich mich in einem Buch intelligent fühlen kann. Zum anderen wurde Nathan aber auch als kompetent dargestellt, in dem er nicht zu lange im Dunkeln tappte – denn so viel intelligenter als der Ermittler will ich auch nicht sein ;-).

Fazit

„Todesschwestern“ konnte mich in allen Punkten überzeugen. Nathan ist ein interessanter und sympathischer Ermittler, den ich gerne noch bei weiteren Fällen begleiten möchte – da freue ich mich schon sehr auf seinen zweiten Fall, „Sei mein Tod„. Auch Joss‘ Beweggründe konnte ich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut nachvollziehen. Der Kurz-Thriller ist voller überraschender und dramatischer Wendungen, die mich bis zum Ende atemlos zurückgelassen haben. Dafür gibt es

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